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Wenn wir uns den Auftrag und den Anspruch von Kirche wirklich grundsätzlich noch einmal vor Augen führen, dann dürfte das Referat für Behinderten- und Psychiatrieseelsorge überhaupt nicht existieren. Denn gemessen an dem Anspruch und am Auftrag von Kirche sind wir völlig überflüssig. Konkret heißt dies: "In der Kirche darf und dürfte es keine besondere Struktur geben, es dürfte keine besondere Aufgabe im Sinne eines speziellen Referates geben, das sich mit dem besonderen Problem der Behindertenarbeit befasst, wenn - ja wenn - Kirche wirklich Kirche wäre."
Und unsere Kirche ist eben auch ein Spiegelbild der real existierenden Gesellschaft. Dies heißt, wir finden in der Kirche keine anderen Menschen vor als in der Gesellschaft, in der wir eingebettet sind.
Wenn wir uns den Ursprung der christlichen Gemeinde noch einmal vergegenwärtigen, dann waren es ja vor allem die Blinden und Lahmen, die Tauben und Besessenen, die Asozialen und Zöllner, die Aussätzigen und die Huren, u. a. diejenigen, die den Hauptbestandteil dieser ersten Gemeinde bildeten. Und heute singen wir noch in vielen Gottesdiensten sicher auch mit Inbrunst und innerer Überzeugung, z. B. das Lied: "Alle Knospen springen auf, fangen an zu blühen ..." und dann weiter im Text: "... Lahme gehen, Blinde sehen, Stumme grüßen." Und wo sind sie die Blinden, die Lahmen, die Stummen und die Tauben?
So versteht sich die Arbeit in der Behindertenpastoral insofern als "besondere Pastoral", da wir davon ausgehen, dass die Integration der verschiedensten behinderten Menschen in die Gemeinde vor Ort dann als wechselseitige Bewegung auch für die Gemeinde selbst fruchtbar ist. Es geht also darum, voneinander, vom behinderten Menschen in der Gemeinde als Gemeinde zu lernen. Konkret: seine Erfahrungen mit Leid, mit Krankheit, mit Behinderung, mit sozialer Isolation, seine Besonderheiten im Denken, Fühlen und Handeln und vor allem seine Bewältigungen seiner Situation im Sinne von Hoffnung und letztlich dann seine Fragen und seine Zweifel an Gott, Kirche und Gemeinde zu Wort kommen zu lassen.
Ansatzpunkt unserer Arbeit sind die gesellschaftlich bedingten und damit vorgegebenen "Vorort-Situationen" des Behinderten selbst. Dort, wo behinderte Menschen sich aufhalten, wo sie ihren behinderungsbedingten Raum gefunden haben (z. B. in Einrichtungen für Behinderte, bei Selbsthilfegruppen, Integrativkreisen, Kontaktstellen, Werkstätten, zu Hause, in Wohngruppen etc.), besteht in Zusammenarbeit mit der Caritas und anderen Hilfsorganisationen ein erster Ansatzpunkt der Seelsorge
Das Team des Referates Behindertenseelsorge
siehe auch:
Deutsche Bischofskonferenz
Arbeitsstelle Pastoral für Menschen mit Behinderung
www.behindertenpastoral-dbk.de
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